Die gängigen Mitarbeitertypen
In jedem Unternehmen findet sich eine Mischung aus verschiedenen Mitarbeitertypen. Jeder dieser Mitarbeiter bringt seine einzigartigen Stärken und seine Eigenheiten mit. Manche Mitarbeiter profitieren von Zusammenarbeit und Routine, während andere von Unabhängigkeit und Herausforderungen angetrieben werden. Jeder Mitarbeiter eines Betriebes leistet einen wertvollen Beitrag. Jeder Mitarbeiter bringt aber auch spezielle Bedürfnisse und Herausforderungen mit sich.
Diese verschiedenen Typen zu erkennen ist höchst aufschlussreich für die Führungskräfte eines Unternehmens. Es ermöglicht, das Potenzial jedes einzelnen Mitarbeiters auszuschöpfen und ist somit auch ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg.
Selbstmotivierter Draufgänger
Dieser Mitarbeiter ist immer bereit, sich kopfüber in die Arbeit zu stürzen. Selbstmotivierte Draufgänger scheuen sich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Sie gehen Herausforderungen frontal an und bringen die nötige Energie dazu mit. Der Enthusiasmus und die Tatkraft von Draufgängern sind für das ganze Team ansteckend und tragen dazu bei, die Leistung aller anzuspornen. Dieser Mitarbeitertyp lebt von seiner Unabhängigkeit und ist ehrgeizig. Er bringt häufig neue Ideen ein, handelt schnell und strebt nach ständigem Wachstum. So inspiriert er die Menschen um sich herum, führt schwierige Projekte an und treibt sein Team mit Leidenschaft und Geschwindigkeit voran.
Tipp für Führungskräfte:
Geben Sie diesem Mitarbeiter Raum für Experimente und erkennen Sie seine Leistungen regelmäßig an. Die beste Art, diesen Mitarbeiter zu führen, ist ihm die Möglichkeit zu geben, innovativ zu sein und ihn mit ehrgeizigen Projekten herauszufordern. Regelmäßiges Feedback von ihm hilft dabei, auf dem richtigen Weg zu bleiben.
Zuverlässiger Arbeiter
In jedem Unternehmen gibt es auch den beständigen und ruhigen Mitarbeiter, der auch in den schwierigsten Zeiten die Dinge am Laufen hält. Er sorgt Tag für Tag für einen reibungslosen Ablauf und erledigt die Routineaufgaben, die leicht übersehen werden, aber für den Unternehmenserfolg unerlässlich sind. Der zuverlässige Arbeiter ist geduldig und organisiert und empfindet Vorhersehbarkeit und Routine von großer Wichtigkeit. Er ist seinen Aufgaben und seinem Team gegenüber sehr loyal, ist detailorientiert und engagiert.
Die Verlässlichkeit und Beständigkeit dieses Mitarbeiters machen ihn zum Rückgrat des Teams. Er ist oft Spezialist für Aufgaben, die viel Liebe zum Detail erfordern und erledigt Dinge ohne viel Aufhebens zu machen.
Tipp für Führungskräfte:
Stellen Sie sicher, dass diese Mitarbeiter klare Verantwortlichkeiten und Routinen haben. Wertschätzen Sie sein Engagement, geben Sie ihm konstruktives Feedback und vermitteln Sie ihm ihre klaren Erwartungen.
Kreativer Denker
Der kreative Denker ist der Visionär im Team. Er bringt neue Ideen ein und ermöglicht Perspektivwechsel, die das Team von anderen unterscheiden. Er ist somit immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und scheut sich nicht davor, über den Tellerrand hinauszuschauen. Dieser Mitarbeiter geht Probleme mit Originalität an, ist fantasievoll und innovativ. Er fühlt sich in einem Umfeld wohl, das Analysen, Forschung und Flexibilität fördert.
Die Ideen des kreativen Denkers treiben Innovationen voran, bringen Schwung an den Arbeitsplatz und bieten oft unerwartete Lösungen für Probleme.
Tipp für Führungskräfte:
Der kreative Denker benötigt Zeit und Raum für kreative Ideenfindung. Besonders bei Projekten, die von einem neuen Blickwinkel profitieren, ist dies nötig. Ermöglichen Sie kreativen Mitarbeitern ab und zu einen “Denktag”. An diesem Tag kann er sich von seinen täglichen Aufgaben zurückziehen und neue Ideen ohne Zwänge durchdenken. Vermeiden Sie übermäßige Kontrolle. Ermutigen Sie diesen Mitarbeiter offen Fragen zu stellen, um so seine Kreativität anzuregen.
Teamplayer
Der Teamplayer ist der ultimative Gruppenarbeiter. Sein oberstes Ziel ist es, zum Erfolg der Gruppe beizutragen. Er arbeitet unterstützend und kommunikativ und bringt seine Kollegen durch teambildende Maßnahmen zusammen. Dieser Mitarbeitertyp ist einfühlsam und kooperativ. Er freut sich über den gemeinsamen Erfolg. Charakteristisch für den Teamplayer ist es, immer nach Möglichkeiten zu suchen, wie andere unterstützt werden können. Er übernimmt oft die Rolle, die dazu beiträgt, die Moral im Team aufrechtzuerhalten.
Teamplayer können kameradschaftlich und solidarisch zusammenarbeiten und schaffen so ein Gefühl der Zusammengehörigkeit im Team. So können Teams harmonisch an den gemeinsamen Zielen arbeiten.
Tipp für Führungskräfte:
Erkennen Sie die zwischenmenschlichen Fähigkeiten des Teamplayers an. Diese sind oft hervorragend dazu geeignet, Spannungen im Team zu schlichten und somit eine wertschätzende Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Analytischer Problemlöser
Dieser Mitarbeitertyp hat eine Vorliebe für Daten, Logik und Struktur. Wird er mit einer Herausforderung konfrontiert, so beginnt er als erstes mit der Analyse, um die Ursache des Problems zu finden. Er sammelt alle Informationen, zerlegt komplexe Probleme in überschaubare Schritte und findet so effektive Lösungen.
Der analytische Problemlöser arbeitet detailorientiert und logisch. Er beeindruckt in Situationen, die Präzision und kritisches Denken erfordern. Wenn es darum geht, fundierte Entscheidungen zu treffen und komplexe Probleme zu lösen, sind seine analytischen Fähigkeiten von unschätzbarem Wert. So unterstützt er sein Team dabei, schwierige Herausforderungen präzise zu bewältigen.
Tipp für Führungskräfte:
Beteiligen Sie den analytischen Problemlöser an datengesteuerten Projekten, bei denen er seine Stärken ausspielen kann. Gewähren Sie ihm genügend Zeit zur Recherche und zur Analyse. Vermeiden Sie es, diesen Prozess zu überstürzen. Beziehen sie den analytischen Problemlöser regelmäßig in ihre Entscheidungsfindung ein. Seine Erkenntnisse stellen eine wertvolle Perspektive dar.
Der Perfektionist
Perfektionisten stellen an sich selbst und an andere hohe Anforderungen. Der Fokus des Perfektionisten liegt auf den Details und auf der Qualität seiner Arbeit. Der Antrieb dieses Mitarbeitertyps ist es, hervorragende Leistungen zu erbringen. Er treibt seine Projekte oft so weit voran, dass sie ihr höchstes Potenzial erreichen können. Der Perfektionist übernimmt Führung und Verantwortung. Er findet oft den besten Weg, eine Aufgabe oder einen Prozess fehlerfrei abzuschließen.
Dieser Mitarbeiter arbeitet detailorientiert, gründlich und sorgfältig. Er ist oft hart zu sich selbst, produziert dabei aber durchweg präzise Arbeit. Durch seinen Fokus auf Qualität stellt er sicher, dass alle Arbeiten akribisch durchgeführt werden. Er ist demzufolge ideal für Projekte, bei denen Genauigkeit der Schlüssel ist.
Tipp für Führungskräfte:
Der Umgang mit einem Perfektionisten erfordert eine behutsame Balance. Als Führungskraft müssen sie sein Streben nach Spitzenleistung fördern. Andererseits ist es auch nötig, sein Wohlbefinden im Blick zu behalten, um so ein Burnout zu verhindern. Setzen Sie dem Perfektionisten klare Fristen, um seine Projekte voranzutreiben. Geben Sie ihm positives Feedback, um so seine Neigung zur Selbstkritik zu verringern. Perfektionisten sind die richtigen Mitarbeiter für Aufgaben zur Qualitätskontrolle, bei denen sie ihre Fähigkeiten wirklich zur Geltung bringen können.
Der Mentor
Mentoren sind häufig leitende Personalfachleute oder Mitarbeiter der oberen Führungsebene. Der Mentor ist der lenkende und erfahrene Teil des Teams. Er ist derjenige, mit dem man sprechen möchte, wenn Probleme auftauchen. Er teilt gerne sein Wissen, hilft dem Team seine Fähigkeiten zu entwickeln und Selbstvertrauen aufzubauen, und unterstützt so das Wachstum der anderen Mitarbeiter.
Ein Mentor verfügt über eine selbstbewusste, geduldige, zugängliche und erfahrene Persönlichkeit. Er bringt so eine fördernde und unterstützende Grundeinstellung in das Team ein. Mentoren sind von ihrer natürlichen Art her Führungspersönlichkeiten mit großer Leidenschaft für das Coaching der Anderen. Ihre Worte wirken als Motivation, die so zu Innovationen führen können.
Der Mentor entwickelt zudem oft starke Beziehungen zu den anderen Teammitgliedern. Er kann auch eine lernorientierte Unternehmenskultur kultivieren und so weniger erfahrenen Mitarbeitern ermöglichen, einen Schritt weiter zu gehen. Sein Coaching führt zu einem besser ausgebildeten, stärkeren Team.
Tipp für Führungskräfte:
Ermöglichen sie es dem Mentor, die Mitglieder des Teams zu coachen. So erkennen Sie seine Beiträge zur Wachstumsförderung des Unternehmens an. Schaffen Sie Zeit und Raum, um den Mentor Workshops leiten zu lassen. So kann er sein Fachwissen weitergeben, was dann auch der Teamentwicklung zugutekommt.
Mitarbeitertypen nach Belbin
Ein weiteres Modell um Mitarbeitertypen zu beschreiben ist das Teamrollenmodell des englischen Sozialwissenschaftlers Meredith Belbin (1926 - 2025). Er wird als der Vater der Teamrollen-Theorie angesehen.
Demnach können in einem Team neun unterschiedliche Rollen existieren. Jede Rolle hat bestimmte Schwächen und Stärken. So können diese sich gegenseitig ergänzen.Diese Rollen lassen sich in drei Kategorien unterteilen: kommunikationsorientiert, handlungsorientiert und wissensorientiert. Führungskräfte können so diejenigen Mitarbeiter auswählen, die aufgrund ihrer persönlichen Stärken das aktuelle Projekt besonders erfolgreich voranbringen können.
Kommunikationsorientierte Teamrollen:
- Der Wegbereiter - er sucht Chancen und Kontakte im Umfeld
- Der Teamarbeiter - er fördert die Zusammenarbeit der einzelnen Team-Mitglieder
- Der Koordinator - er verteilt die Aufgaben und sorgt dafür, dass die gesteckten Ziele erreicht werden
Handlungsorientierte Teamrollen:
- Der Perfektionist - er sorgt für gründliches Arbeiten und das Einhalten der Termine
- Der Macher - er sucht Herausforderungen, will Hürden überwinden und so das Team immer weiter verbessern
- Der Umsetzer - er sorgt dafür, dass die erarbeiteten Ideen und Pläne in die Tat umgesetzt werden
Wissensorientierte Teamrollen:
- Der Spezialist - er verfügt über großes Fachwissen und stellt es den Mitarbeitern zur Verfügung
- Der Erfinder - er findet neue Ideen und sorgt für Innovationen
- Der Beobachter - er verfügt über ein gutes Urteilsvermögen und analysiert alle Optionen auf Umsetzbarkeit
Das Teamrollen-Modell von Meredith Belbin aus den 1970er Jahren ist ein Klassiker, wenn es darum geht, die Mitarbeiter zu beurteilen und die Teamentwicklung voranzutreiben. Führungskräfte haben dadurch die Möglichkeit, festzustellen, ob bestimmte Mitarbeitertypen im Team über- oder unterrepräsentiert sind. So lässt sich je nach Ziel das Team möglicherweise um geeignete Personen ergänzen.
Wie erkennt man Mitarbeitertypen?
Woran lässt sich erkennen, aus welchen Mitarbeitern ein Team besteht? Der klassische Weg ist es, mit jedem Mitarbeiter ein persönliches Einzelgespräch zu führen. So kann man sich einen guten ersten Eindruck verschaffen. Es kann aber tatsächlich einige Monate dauern, um herauszufinden, was eine Person motiviert, was ihre Stärken sind oder auch was sie stresst. Führungskräfte, die unterschiedliche Menschen in einem Team führen, können sich folgende Regel zu eigen machen: Begegnen Sie jedem Charakter auf Augenhöhe - egal ob es sich um einen Auszubildenden der gerade erst angefangen hat handelt, oder um einen älteren Mitarbeiter ist der bald in den Ruhestand gehen wird. Der Umgang mit jedem Mitarbeiter sollte sich stets danach richten, was für ein Typ Mensch dieser ist. Der eine Typ braucht mehr Führung, während ein anderer mehr Freiraum benötigt.
Um Mitarbeitertypen zu erkennen, ist auch ein externes Coaching der Führungskräfte und ihrer Mitarbeiter ein hilfreiches Mittel um diese einzuordnen.
Und wenn die Chemie im Team nicht stimmt?
Teamarbeit ist in vielen Bereichen essentiell für den Erfolg. Doch manchmal läuft sie nicht reibungslos. Probleme wie mangelnde Kommunikation, unklare Rollenverteilungen oder persönliche Konflikte können die Zusammenarbeit erheblich erschweren. Wenn Teammitglieder nicht offen miteinander sprechen, entstehen Missverständnisse, die das Vertrauen und die Produktivität beeinträchtigen. Ebenso führt es zu Frustration, wenn Verantwortlichkeiten nicht klar definiert sind, sodass Aufgaben doppelt erledigt oder gar vergessen werden. Persönliche Konflikte können das Arbeitsklima zusätzlich belasten und die Motivation senken.
Um diese Probleme zu lösen, ist eine offene Kommunikation entscheidend. Regelmäßige Meetings, in denen alle ihre Anliegen äußern können, fördern das Verständnis. Klare Rollenverteilungen und Zielvereinbarungen sorgen für Transparenz und Verantwortlichkeit. Zudem kann das Einführen von Konfliktlösungsstrategien, wie Mediation oder Team-Building-Aktivitäten, helfen, Spannungen abzubauen. Wichtig ist auch, eine positive Teamkultur zu fördern, in der Respekt und Wertschätzung im Mittelpunkt stehen. Mit diesen Maßnahmen kann die Teamarbeit wieder harmonischer und effizienter gestaltet werden, was letztlich den Erfolg des gesamten Teams steigert.
Lesen Sie hierzu auch unsere Beiträge “Kommunikation - nur Worte oder doch mehr?” und “Teambuilding - ein starkes Team schafft alle Hürden”.
Über den Autor - Sebastian Wächter
Sebastian Wächter hat als 18-Jähriger die radikalste Veränderung seines Lebens erfahren. Er stürzt beim Wandern und bricht sich das Genick. Seitdem sitzt er im Rollstuhl - er ist querschnittsgelähmt und kann weder seine Beine noch seine Finger bewegen. Auch ein Großteil seiner Armmuskulatur ist gelähmt. Dennoch gelingt es ihm, sich ein eigenständiges Leben und seine Selbstständigkeit zurückzuerobern. Er hat über Jahre ein Mindset entwickelt, durch das er es geschafft hat, große Herausforderungen zu meistern und ein erfolgreiches Leben zu führen. Die Grundlage hierfür war allerdings ein langer Weg zur Akzeptanz seines Schicksals, erst hierdurch startete seine erfolgreiche Veränderung. Heute ist Sebastian Keynote Speaker und gibt Unternehmen Impulse, wie aus Veränderung auch Fortschritt werden kann. Er wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet und gehört zu den "Top-100-Speakern" von Speakers Excellence. Ebenso unterstützt er als Coach Privatpersonen im Umgang mit Veränderung. Sein neues Buch trägt den Titel „Change Mindset“.
Fazit
Das Verständnis der verschiedenen Mitarbeitertypen ist ein wichtiger Schritt, um ein erfolgreiches und harmonisches Arbeitsumfeld zu schaffen.
Durch gezielte Beobachtung und Kommunikation lassen sich die individuellen Stärken, Schwächen und Motivationen der Teammitglieder erkennen.
Dabei ist es hilfreich, Mitarbeitertypen einzuordnen. Diese Einordnung ermöglicht es, die Mitarbeitenden gezielt zu fördern, ihre Potenziale optimal zu nutzen und sie entsprechend ihren Fähigkeiten einzusetzen.
Um die Mitarbeitertypen bestmöglich zu fördern, sollte man individuelle Entwicklungspläne erstellen, regelmäßiges Feedback geben und Weiterbildungsangebote anbieten.
Auch das Schaffen eines wertschätzenden Arbeitsumfelds trägt dazu bei, dass sich Mitarbeitende wohlfühlen und ihre Stärken entfalten können.
Insgesamt ist das Erkennen, Einordnen und Fördern der Mitarbeitertypen ein kontinuierlicher Prozess, der die Teamdynamik stärkt und den Unternehmenserfolg nachhaltig unterstützt. Mit einer solchen Herangehensweise profitieren sowohl die Mitarbeitenden als auch das gesamte Team.